Rückblick
Besuch der DLRG-Wachstationen im Kreis Schleswig-Flensburg 2026
Seit 2022 ist es eine feste Tradition: Claas, der Kreisjugendvorsitzende der DLRG-Jugend Schleswig-Flensburg, bereist im Rahmen seiner jährlichen Rundtour die Wachstationen im Kreis Schleswig-Flensburg. Ziel ist es, den direkten Draht zu den ehrenamtlichen Rettern zu halten und die Politik für die Herausforderungen des Wasserrettungsdienstes zu sensibilisieren. Auch in diesem Jahr war das Interesse wieder groß: Hochkarätige Vertreter aus Politik und Verband begleiteten die Tour, die am Freitag bei strahlendem Sonnenschein startete.
Mit an Bord waren in diesem Jahr am Freitag und Samstag der stellvertretende Landrat Ingo Reimer sowie am Sonntag die CDU-Kreisverbandsvorsitzende Petra Nicolaisen, der JU-Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Linus Wirwoll sowie der stellvertretende DLRG-Kreisvorsitzende Andre Schütt.
Ein starkes Zeichen für das Ehrenamt, das auch von der regionalen Wirtschaft gestützt wird: Dank großzügiger Unterstützung der Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG und der Böklunder Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG konnten die Wachgänger mit Verpflegung und Erfrischungen überrascht werden.
Tag 1
Freitag, 17. Juli 2026
Station 1: DLRG Wachstation Norgaardholz – Nachwuchssorgen und Ferienspaß an der Seebrücke
Erster Stopp der Tour war die Wachstation Norgaardholz. Bei bestem Sommerwetter und gut gefülltem Strand bot sich Claas und Ingo Reimer jedoch ein ungewohnter Anblick: Die Wachstation war verwaist. Dass personelle Engpässe die DLRG belasten, bestätigte der zufällig anwesende 1. Vorsitzende der DLRG Norgaardholz, Heiko Marquardsen. Die Suche nach Wachgängern gestaltet sich zunehmend schwierig. Immerhin: Für das Wochenende kündigten sich drei Rettungsschwimmer vom Zentralen Wasserrettungsdienst Küste (ZWRD-K) an, sodass die Bewachung gesichert ist.
Beim anschließenden Spaziergang über die Seebrücke genossen Claas und Ingo Reimer das Panorama, während zahlreiche Kinder den Brückenkopf für mutige Sprünge in die 20 °C erfrischende Ostsee nutzten. Ein echtes Highlight gab es abseits des Turms: Klaus leitet hier während der sechswöchigen Sommerferien an sechs Tagen in der Woche vormittags das Ferienschwimmen. Mit stolzen 23 teilnehmenden Kindern ist das Angebot am Strand ein voller Erfolg.
Station 2: DLRG Wachstation Golsmaas – Der idyllische Geheimtipp mit vollem Einsatz
Entlang der Küste führte der Weg weiter zur „versteckten“ DLRG-Wachstation Golsmaas. Trotz ihrer abgeschiedenen Lage war der Koppel-Parkplatz voller auswärtiger Kennzeichen – Golsmaas gilt längst als Geheimtipp für Ruhesuchende. Die Station, eine Außenstelle von Hasselberg, bietet Platz für sechs Einsatzkräfte.
Vor Ort trafen die Besucher auf Devin, Christoph und Maxi von der DLRG Waldeck-Schafflund. Die Ortsgruppe übernimmt seit vielen Jahren traditionell für zwei Wochen den ehrenamtlichen Wachdienst auf diesem Abschnitt. Krankheitsbedingt musste ein Wachgänger vorzeitig abreisen, sodass das verbliebene Trio den Strandabschnitt Golsmaas absicherte. Obwohl die schwere Sturmflut 2023 hier deutliche Spuren hinterlassen und viel Land gefordert hat, lädt der Sandstrand zum Verweilen ein. Die gute Nachricht für Badegäste: Ein anfängliches Quallenproblem zu Ferienbeginn hat sich inzwischen von selbst erledigt. Für das engagierte Trio endete am Samstag der zweiwöchige Küsteneinsatz.
Station 3: DLRG Wachstation Hasselberg – Perfekter Ausblick und „Buschfunk“
Obwohl die Station Hasselberg von Golsmaas aus in Sichtweite liegt, erfordert die Autofahrt einen kleinen Bogen um Kroonsgaard. Bei der Ankunft in Hasselberg zeigte sich, dass der DLRG-eigene „Buschfunk“ hervorragend funktioniert: Wachführer Christian erwartete das Team bereits freudig.
Bei einem Rundgang durch die gut ausgestattete Station führte Christian den stellvertretenden Landrat Ingo Reimer durch die Aufenthalts- und Unterkunftsräume. Das Herzstück der Station ist der große Wachraum im ersten Stock, der einen optimalen Überblick über den gesamten ca. 3,5 Km langen Strandabschnitt bietet. Von den sechs kleineren Wachtürmen sind im Regelbetrieb vier besetzt. Auch hier stellt die Ortsgruppe Waldeck-Schafflund die Mannschaft – unter ihnen die stellvertretende Kreisjugendvorsitzende Maybritt. Nach einer kurzen, wohlverdienten Eis-Pause ging es weiter zum letzten Etappenziel des Tages.
Station 4: DLRG Wachstation Weidefelder Strand – Großer Bahnhof und eine Praktikums-Kuriosität
Am Weidefelder Strand bei Kappeln angekommen, trafen die beiden Besucher auf eine vertraute Truppe. Die Station wird komplett über den ZWRD-K besetzt – und Wachführer Pietro sowie einige Teammitglieder der DLRG Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis) kannten Claas bereits von der Rundtour aus dem Jahr 2023. Die Pfälzer hatten die Wachstation für eine Woche fest im Griff.
Neben Pietro waren Sascha, Claudia, Stefan, Joel und Klara im Einsatz. Die Ortsgruppe reiste mit großem Gefolge in den hohen Norden: Drei Nachwuchs-Rettungsschwimmer (Sophia, Nuka und Leonardo) sowie Ehefrau Lisa unterstützten die Truppe tatkräftig.
Praktikum im Paradies: Für eine echte Kuriosität sorgten die Schülerinnen Sarah und Frida vom Berufskolleg Beckum aus dem Kreis Warendorf. Die beiden Rettungsschwimmerinnen absolvierten am Weidefelder Strand ein zweiwöchiges Berufspraktikum im Wasserrettungsdienst – eine großartige Möglichkeit, die schulische Ausbildung mit dem ehrenamtlichen Dienst an der Ostsee zu verknüpfen. Eine tolle Sache!
Tag 2
Samstag, 18. Juli 2026
Auch am zweiten Tag der großen Rundtour wurde Claas durch den stellvertretenden Landrat Ingo Reimer zu den Wachstationen der Region begleitet. Die Sonne machte sich zwar etwas rar, doch mit 19 °C Lufttemperatur war es nicht richtig kalt – wenngleich im Wind dennoch eine spürbare Kühle lag. Ein intensiver Tag voller Wiedersehen, technischer Innovationen und logistischer Herausforderungen nahm seinen Lauf.
Station 5: DLRG Wachstation Westerholz / Langballigau - innovative Technik für die Wasserrettung
Den Anfang machte am Samstag die DLRG Wachstation Westerholz/Langballigau. Angetroffen wurde in Westerholz eine Wachmannschaft aus dem Großraum Mainz, die sich aus engagierten Wachgängern diverser ansässiger Ortsgruppen rund um Mainz zusammensetzte. Direkt am Strand trafen die Besucher auf Lilly und Joshua. Die restlichen Wachgänger befanden sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Übergabe der Unterkunft an die nachfolgende Wachmannschaft aus Rendsburg. Die Mainzer Crew hatte ein besonderes Highlight im Gepäck: Einen „Dolphin“ des Herstellers, der zu Testzwecken mit in den Norden gebracht worden war. Joshua erklärte kurz einige technische Details, bevor es direkt an das praktische Ausprobieren ging. Im hohen Bogen konnte Claas das moderne Rettungsmittel in die wellige Ostsee werfen, um es anschließend präzise per Fernsteuerung zum gewünschten Ort auf der rauen See zu navigieren. Claas zeigte sich besonders von der enormen Reichweite der Funkfernsteuerung (1200 bis 1500 Meter), der starken Akku-Leistung von bis zu 3,5 Stunden sowie dem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis angetan. Alle anwesenden DLRG-Mitglieder waren sich einig: Eine überaus sinnvolle Erweiterung der Rettungsfähigkeiten vor Ort. Unerwartet stießen am Strand noch bekannte DLRG-Gesichter aus Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg hinzu: Berrit mit Ehemann Christian und Kleinkind, Marieke mit Mann und Kleinkind sowie Mark mit Familie hatten trotz des Windes und der spärlichen Sonne den Weg an den Strand gefunden und verfolgten die Vorführung mit großem Interesse. Nach der erfolgreichen Demonstration und dem Gruppenfoto ging es weiter auf die Halbinsel Holnis.
Station 6: DLRG Wachstation Holnis - eine Familie im Einsatz am Ostseestrand
An der Wachstation Holnis gab es ein unerwartetes und herzliches Wiedersehen. Alle sechs Wachgänger vor Ort gehören zur DLRG Uchte und bilden eine geschlossene Familie. Sie waren Claas bereits bestens bekannt, da sie im Vorjahr an genau diesem Ort von Claas und seiner eigenen Wachmannschaft der DLRG Jarplund-Weding abgelöst worden waren. Volker und seine Familie waren am Vorabend angereist und hatten am Besuchstag den Wachdienst frisch übernommen, um nun eine Woche lang für die Sicherheit im und am Wasser des Holniser Badestrandes zu sorgen. Zum Zeitpunkt des Besuches bewies Holnis erneut seine exponierte Lage: An der Wachstation und der Wasserkante war es im Windschatten der Halbinsel im Vergleich zu Westerholz nahezu windstill. Auch die Sonne ließ sich hier blicken und entfaltete spürbar ihre Kraft. Bei einer gemütlichen Tasse Kaffee tauschten sich Volker und Claas über aktuelle Bauprojekte in ihren Stammgliederungen aus. Die DLRG Uchte hat jüngst ein großes Gebäude für zwei Einsatzfahrzeuge samt Trailer und Booten fertiggestellt – ein finanzieller Kraftakt, der mit europäischen Fördermitteln und enormer Eigenarbeit erfolgreich gestemmt wurde. Da Volker in seinem Leben auch bereits ehrenamtlich in der Kommunalpolitik tätig war, folgte während der Führung durch die Wachstation noch ein ausführlicher Austausch mit dem stellvertretendem Landrat.
Station 7: DLRG Wachstation Sandwig - die Sanierung wirft ihre Schatten voraus
Weiter ging es an den Glücksburger Kurstrand zur Wachstation Sandwig. Die Parkplatzsuche entwickelte sich als äußerst schwierig, da ein Kunsthandwerkermarkt im Kurpark zahlreiche Besucher anzog. Flexibel wurde ein Parkplatz abseits an der Yachtschule angesteuert und die letzten Meter zu Fuß zurückgelegt. Der Wellengang am Strand präsentierte sich recht wild und der Wind frisch. Die Wachstation Sandwig wird in diesem Jahr als Container-Provisorium betrieben, da die reguläre Station vor einer umfangreichen Sanierung steht. Erstmals in den vielen Jahren der Besuchstour wurden in Glücksburg externe Wachgänger angetroffen. Zwei Einsatzkräfte aus Lippstadt begrüßten Claas und Ingo Reimer an der Containertür; im Hintergrund folgte überraschend der stellvertretende Technische Leiter der DLRG Glücksburg, Oliver, der einige administrative „Hausmeisterpunkte“ an der Station erledigte. Ursprünglich waren vier Kräfte aus Lippstadt eine Woche lang im Einsatz, zwei mussten jedoch vorzeitig abreisen, da in der Heimat ein wichtiges DLRG-Ausbildungsvorhaben wartete. Unterstützt wurden die verbliebenen Kräfte von drei Wachhelfern der DKRG Glücksburg. Sina, Amaya und Jonas befanden sich gerade auf dem Wachturm direkt auf der Seebrücke. Aus dem geschützten, warmen Glaskasten hatten sie einen hervorragenden Überblick über den gesamten Strand und die Badezone. Jonas berichtete schmunzelnd von einem kleinen Missgeschick: Ihm war beim Überbeugen das Funkgerät aus der Brusttasche gerutscht und in die Ostsee gefallen. Die teure Technik musste prompt schwimmend und tauchend vom Ostseegrund geborgen werden. Somit war Jonas einer der wenigen Menschen an dem Vormittag, der bei dem Wetter bereits in der Ostsee „baden“ war. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto brachen die beiden Besucher zur nächsten Station auf.
Station 8: DLRG Wachstation Solitüde - Bildungsurlaub für das Ehrenamt
Obwohl die beiden Wachstationen der Stadt Flensburg nicht zum Kreisgebiet Schleswig- Flensburg gehören, sind sie aufgrund der vorbildlichen und freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der DLRG Flensburg und den Ortsgruppen des Kreisgebietes von Beginn an fester Bestandteil der Rundreise. Der nächste Stopp erfolgte somit in Solitüde. Hier trafen Claas und Ingo Reimer auf weitere Mitglieder der rund 20-köpfigen Wachcrew aus dem Mainzer Umfeld. Die örtlichen Gegebenheiten in Solitüde ziehen die Mannschaft räumlich etwas auseinander: Während sich drei Wachgänger im Aufenthaltsbereich im Erdgeschoss aufhielten, überwachten drei Wachgängerinnen den großen Strand samt Seebrücke vom Wachturm im 2. Obergeschoss aus. Daher wurden hier – wie zuvor in Glücksburg – zwei separate Gruppenfotos aufgenommen. Die Mainzer Einsatzkräfte berichteten erfreut, dass sie für ihren ehrenamtlichen Küsteneinsatz zum großen Teil Bildungsurlaub erhalten hatten. Ein zukunftsweisendes Modell, das sich die DLRG-Kameraden auch für Schleswig-Holstein wünschen. Zum Abschied wurde den Besuchern mitgegeben, dass die restlichen Mainzer Kameraden an der Station Ostseebad Dienst taten.
Station 9: DLRG Wachstation Wassersleben - ein Leuchtturmprojekt an der Flensburger Förde
Nun stand eine längere Fahrt an. Einmal um die Flensburger Förde herum kurz vor die dänsiche Grenze an den Strand von Wassersleben. Aufgrund zahlreicher Baustellen im Flensburger Stadtgebiet gestaltete sich die Route über die Westtangente (B200) als kleine Herausforderung. Die DLRG Harrislee verfügt an dieser Station über vorbildliche Rahmenbedingungen: Mit insgesamt 12 Schlafplätzen und großzügigem Raum im Aufenthaltsbereich wird es den Rettern auch bei norddeutschem „Schietwetter“ nie langweilig. Eine exklusive Führung des stellvertretenden Landrates durch das Gebäude verdeutlichte einmal mehr die markanten Unterschiede der einzelnen Stationen im Kreisgebiet bezüglich Platz und Ausstattung. Den ganzen Tag über drückte der starke Westwind das Wasser aus der Förde hinaus. Dieses extreme Niedrigwasser, welches bereits in Holnis zu freigelegten Sandbänken geführt hatte, machte auch vor Wassersleben nicht halt – die Wasserlinie hatte sich weit zurückgezogen.
Station 10: DLRG Wachstation Ostseebad - Schwärmereien & spontaner Besuch
Die Fahrt zur sechsten und letzten Station des Tages war nur ein Katzensprung und führte zurück in das Flensburger Stadtgebiet ans Ostseebad. Diese Station bietet, analog zu Solitüde, keine Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort; die Einsatzkräfte sind zentral im Vereinsheim der DLRG Flensburg in Fahrensodde untergebracht. Hier traf man plangemäß auf den verbleibenden Teil der großen Mainzer Wachgruppe. Wachführer Jakob führte die Besucher kurz durch die Räumlichkeiten, bevor es auf die windige Seebrücke hinausging, wo es sich dank dünner Jacken bei unveränderten 19 °C Lufttemperatur gut aushalten ließ. Jakob schwärmte in den höchsten Tönen von „seiner“ Station: Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Kiosk, die perfekte Überschaubarkeit des Strandes und der starke Zusammenhalt innerhalb der Truppe wurden besonders hervorgehoben. Gegen 18:00 Uhr begann das Team, das Material zusammenzupacken und das Boot einzuholen. Letzteres gestaltete sich aufgrund des extremen Niedrigwassers als kurios: Das Motorrettungsboot lag mittlerweile komplett trocken auf dem Sandstrand. An der Seebrücke hatte zudem das Motorrettungsboot „El Mamo“ aus dem benachbarten Wassersleben festgemacht. Bootsführer Tade und Bootsgast Ole statteten den Kameraden zum Dienstschluss einen spontanen Besuch ab und fungierten dankenswerterweise direkt als Fotografen für das abschließende Gruppenfoto. Um 18:15 Uhr endete nach etwas mehr als acht Stunden ein ereignisreicher und erfolgreicher zweiter Tag der großen Rundtour.
Tag 3
Sonntag, 19. Juli 2026
Der dritte Tag der diesjährigen DLRG-Besuchstour stand ganz im Zeichen der bewachten Binnengewässer. Die Delegation – bestehend aus der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen, dem Mitglied des Kreistages Linus Wirwoll, dem stellvertretenden DLRG Kreisvorsitzenden Andre Schütt und Claas – machte sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der ehrenamtlichen Retter.
Station 11: DLRG Wachstation Wanderup – Vom Geheimtipp zum barrierefreien Lieblingsstrand
Die Tour startete mit einem echten Heimspiel für Claas direkt an der Wachstation in Wanderup, die zur DLRG Jarplund-Weding gehört. Auch für Petra Nicolaisen war der Termin eine Herzensangelegenheit: Bereits in ihrer aktiven Zeit als Wanderuper Bürgermeisterin hatte sie das Projekt „Neuer Badesee“ maßgeblich angestoßen. Angetroffen vor Ort wurden vier Wachgänger. Unter ihnen Sabrina und Arne, die als Wanderuper nahezu um die Ecke wohnen. Mit Sanja aus Weding und Jasper aus Flensburg waren zwei junge Rettungsschwimmer aus der DLRG-Jugend an diesem Sonntag am Badesee eingesetzt. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung wurde mit einer Tasse Kaffee in der Hand den teilnehmenden Gästen von Claas einige Eckpunkte der DLRG im Kreisgebiet vorgetragen. Heute boomt der See. In den heißen Sommerwochen herrschte hier regelrechter Ausnahmezustand; jeder Quadratmeter Strand war von Sonnenanbetern belagert. Umso wichtiger ist eine Neuerung, die in diesem Jahr umgesetzt wurde: Mehr Inklusion am Wasser. Dank eines neu befestigten Weges vom Parkplatz bis zum Ufer können Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte Personen den See nun nahezu ohne fremde Hilfe erreichen. Eine Sitzbank kurz vor dem Ufer und ein langer Handlauf, der direkt ins Wasser führt, runden das barrierefreie Angebot ab.
Station 12: DLRG Wachstation Luisenbad – Geballte Frauenpower an der Schlei
Da Petra Nicolaisen Folgetermine wahrnehmen musste, zog das verbliebene Quartett weiter zum Luisenbad nach Schleswig. Dort wartete eine echte Überraschung auf die Delegation: Eine rein weibliche, fünfköpfige Wachmannschaft aus zwei Wachgängerinnen und drei Wachhelferinnen hatte Dienst. „So eine starke Crew habe ich hier in den letzten Jahren bei der Tour noch nie angetroffen“, freute sich Claas über das große Engagement des Schleswiger DLRG-Nachwuchses. Trotz gähnender Leere am Strand und vereinzelter Regenschauer ließen sich die jungen Retterinnen die Laune nicht verderben. Neben dem fachlichen Austausch im Sanitätsbereich, bei dem der Erste-Hilfe-Rucksack im Fokus stand, kam jedoch auch ein organisatorisches Problem zur Sprache: Die Mädels hatten das Wochenende in der Wachstation übernachtet. Da für die kommenden Tage jedoch eine verantwortliche Aufsichtsperson für die minderjährigen Wachhelferinnen (alle unter 16 Jahre) fehlte, mussten die Schlafplätze im angrenzenden Vereinsheim vorerst geräumt werden.
Station 13: DLRG Wachstation Holmarksee – Urlaubsfeeling und Modernisierungspläne
Den Abschluss der Rundtour bildete der Holmarksee in Freienwill – von den Einheimischen liebevoll „Holler“ genannt. Pünktlich zur Ankunft riss der Himmel auf, die Sonne strahlte und es stellte sich sofort echtes Urlaubsfeeling ein. Vor Ort trafen die Besucher auf Torge, den Technischen Leiter der Ortsgruppe Holmarksee, der zusammen mit einer Wachgängerin und einem Wachhelfer den Dienst versah. Torge nutzte die Gelegenheit, um über die anstehenden Großprojekte am See zu berichten. Die alte Steganlage ist in die Jahre gekommen und weist Mängel auf. Ein kompletter Austausch ist in Planung. Die Wege vom Eingangsbereich bis zum Einstieg ins Wasser sollen grundlegend erneuert und barrierefrei werden. Das gepflegte Gelände und der allseits gelobte Kioskbetrieb machen den Holmarksee zu einer echten Oase der Erholung. Neben dem Wachdienst leistet die DLRG hier auch wichtige Basisarbeit: In den Sommerferien wird jeweils sonntagsmittags sowie dienstag- und freitagabends ein Ferienschwimmen für Kinder ab 5 Jahren angeboten. Eine Kurriosität zeigte sich bei der Anfahrt zum Holler. Ab der Hauptstraße in Freienwill bis zum Badesee konnten drei unterschiedliche Schreibweisen des Seenamens gelesen werden.
Die dreitägige Rundreise zu den DLRG Wachstationen hat erneut gezeigt, mit wie viel Herzblut, aber auch logistischem und personellem Aufwand der Wasserrettungsdienst an unseren Küsten und den Binnengewässern aufrechterhalten wird.
Ob Schwimmausbildung, Jugendarbeit oder Wasserrettungsdienst – die DLRG im Kreisgebiet leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit und Lebensqualität in unserer Region. Die Besuchstour hat einmal mehr aufgezeigt, wie wichtig die Unterstützung der Ehrenamtlichen ist.
Nur Dank des unermüdlichen Einsatzes der Ortsgruppen, der Unterstützung aus der Wirtschaft und dem Rückhalt der Politik sind wir in der Lage, die Wachstationen in diesem großen Umfang und in der Qualität zu betreiben.


















